Kurze Antwort
Beheiztes Bett, gleichmäßige Wärme rund um den Druck, moderate Geschwindigkeit. Es geht weniger um die Düsentemperatur und mehr darum, das Teil durchgehend warm zu halten, damit es sich nicht verzieht.
So drucken Sie ABS: Kurzanleitung
ABS liefert robuste, hitzebeständige Teile — aber es ist aufwendiger als PLA und PETG, da es sich gerne verzieht. Möchten Sie sich über das Material selbst informieren, siehe Was ist ABS? Dieser Leitfaden geht direkt darauf ein, wie Sie gleichmäßige, zuverlässige Drucke erhalten: die richtigen Temperaturen und eine stabile Umgebung. Alle Temperaturen unten stammen aus unseren eigenen Datenblättern.
Empfohlene Einstellungen
Ausgangswerte laut unseren Datenblättern. Von allem hier sind es das beheizte Bett und eine stabile Umgebung, die darüber entscheiden, ob der Druck gelingt oder nicht.
Schritt für Schritt
1. Schaffen Sie eine stabile, warme Umgebung. ABS schrumpft beim Abkühlen. Ungleichmäßige Abkühlung ist genau das, was die Ecken vom Bett abheben lässt. Der einfachste Weg dagegen: Drucken Sie in einem geschlossenen Drucker oder einem Gehäuse, das die Wärme gleichmäßig hält, und vermeiden Sie zugige, kalte Räume. Mindestens 20 °C Raumtemperatur bewirken Wunder. Verzieht es sich trotzdem, finden Sie weitere Tricks im Leitfaden zu Warping. Vergessen Sie nicht die Belüftung — ABS riecht beim Drucken.
2. Sorgen Sie dafür, dass das Teil haftet. Die Grundlage ist ein beheiztes Bett, 90–110 °C. Möchten Sie zusätzlichen Halt, besonders bei größeren Teilen, greifen Sie zu Klebestift oder einem Brim rund um das Modell. Eine PEI-Platte oder ähnliche Oberfläche hilft ebenfalls. Und erhöhen Sie gerne die Bett- und Düsentemperatur um 5–10 °C nur für die erste Schicht.
3. Halten Sie die Kühlung niedrig. Hier unterscheidet sich ABS deutlich von PLA: je weniger Schichtkühlung, desto besser. Kühlen die Schichten zu schnell ab, verschlechtert sich sowohl die Haftung zwischen ihnen, und das Risiko für Verzug und Risse steigt. Schalten Sie den Lüfter aus oder betreiben Sie ihn auf der niedrigstmöglichen Stufe.
Häufige Probleme und Lösungen
Gut zu wissen
→ Mit Gehäuse
Ein geschlossener Drucker macht ABS deutlich zuverlässiger. Die Wärme bleibt gleichmäßig, der Verzug nimmt ab, und selbst große Teile werden stark und maßstabil.
→ Ohne Gehäuse
Kleinere ABS-Teile lassen sich auch ohne Gehäuse drucken, wenn der Raum warm und zugfrei ist. Verwenden Sie Brim, eine hohe Betttemperatur und keine Schichtkühlung. Rechnen Sie mit mehr Verzug bei großen Flächen.
Häufige Fragen zum Drucken mit ABS
Bei welcher Temperatur sollte ich ABS drucken?
230–260 °C an der Düse, 90–110 °C am Bett, laut unseren Datenblättern. Fahren Sie 245 °C an der Düse und so heiß am Bett, wie es der Drucker zulässt — die Betttemperatur ist es, die vor Verzug schützt.
Warum verzieht sich mein ABS?
Es schrumpft beim Abkühlen, und ungleichmäßige Abkühlung lässt die Ecken sich heben. Die Lösung: eine gleichmäßige, warme Umgebung. Geschlossener Drucker, erhöhte Betttemperatur, keine Zugluft. Brim und Klebestift helfen im Randbereich.
Brauche ich einen geschlossenen Drucker für ABS?
Für kleinere Teile keine absolute Voraussetzung, aber dennoch dringend empfohlen. Ein Gehäuse hält die Wärme gleichmäßig und reduziert Verzug und Risse erheblich. Achten Sie auf gute Belüftung.
Sollte ich die Schichtkühlung bei ABS eingeschaltet lassen?
Nein — halten Sie sie so niedrig wie möglich, am besten ausgeschaltet. ABS bindet zwischen den Schichten am besten ohne Kühlung. Zu viel Lüfter erhöht das Risiko für sowohl Delamination als auch Verzug.
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